Wer einmal auf dem Glastonbury war, wird das so schnell nicht vergessen. Das Festival in der britische Region Somerset ist nicht nur eines der ältesten des Landes, es ist mit rund 170.000 Menschen auch unfassbar riesig, aufregend bunt, hippiesk und geradezu mythisch aufgeladen. Was zum einen an den unzähligen historischen Gigs liegt, die dort mit den Jahren stattgefunden haben, zum Anderen aber sicher auch an dem eigenen Vibe des Publikums, dem Wahrzeichen der Pyramid Stage und der geheimnisvollen Aura einer Region, in der nicht nur Stonehenge liegt, sondern angeblich auch das Grab des legendären King Arthurs.

1970 veranstaltete der Milchfarmer Michael Eavis zum ersten Mal ein Festival auf seinen Wiesen, mit Marc Bolan als Headliner und einem Haufen feierwütiger Hipppies. Das gefiel ihm so gut, dass er immer weiter machte – und es über die Jahre schaffte, eine spannende Balance aus Riesen-Festival und sozialem Spirit zu schaffen. Denn das Glasto hatte auch immer Platz für sehr eigene politische Kunst, für nachhaltige Festivalkonzepte und kreative Seelen aller Art.

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Mit dem Wissen wundert es fast, dass es gar nicht so viele Lieder gibt, die das Festival direkt thematisieren. Die schottische Indie-Band Cosmic Rough Riders aus Glasgow hat sich trotzdem dran versucht und für ihr drittes Album „Enjoy The Melodic Sunshine“ im Jahr 2000 eine charmante, folkig geklampfte Hymen über einen Glasto-Besuch geschrieben. Die Nummer passt damit musikalisch perfekt zu dem Steinkreis auf dem Festivalgelände, auf dem man sich gerne trifft, um abends noch die ein oder andere … äh … Zigarette zu rauchen. Gitarrist und Sänger Stephen Fleming zeichnet dieses schöne Bild: „Glastonbury evening sun / From where have all the angels come / We could hear an angel‘s choir / As we sang round an evening fire.“ Dann passieren die Dinge, die auf dem Glasto immer passieren. Es regnet wie Hölle, man wird „high“, die Sonne kommt wieder durch und dann: „Now that all the acid's done / We made love under the sun.“ Happy End, also.

Riesig erfolgreich wurden die Cosmic Rough Riders nie, obwohl sie eine Weile bei Alan McGee und seinem Poptones-Label unter Vertrag waren. McGee galt den Briten lange als Kultfigur, weil er mit seinem vorherigen Label Creation Records Acts wie The Jesus and Mary Chain, Primal Scream, My Bloody Valentine, Oasis und The Libertines auf den Weg brachte. Die Cosmic Rough Riders gibt es trotzdem noch aktiv, aber eher sporadisch. Hin und wieder spielen sie ein paar Konzerte, machen aber nur noch selten ein Album. Trotzdem bleibt „Glastonbury Revisited“ eine schöne Hymne, die der Autor dieser Zeilen gerne hört, wenn er sich an seine Glasto-Jahre zurückerinnern will. Und so klingt das Lied:

Fotocredit: By Czampal - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=70485384

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